Mein erster Hattrick

Ich hatte ja schon länger auf meinen ersten Hattrick gehofft, aber bis jetzt waren erst einmal zwei aufeinanderfolgende Sonden drin gewesen. Das änderte sich, als ich am Mittwochmorgen von Manöversonden aus Baumholder geweckt wurde, die grade im Anflug auf mein Haus waren. Schnell ging es aus dem Bett, und mit dem nächsten Zug nach Marienheide, wo die erste 0630Z Sonde vorhin im Wald bei Listringhausen gelandet war. Während ich noch auf den Bus dorthin wartete. landete schon die nächste Sonde hinter Marienheide.

#21 Baumholder – Listringhausen
Graw DFM-09 / 17007958 / 05.06.2019 0630Z
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Nachdem die Position der ersten Sonde an der Bushaltestelle dekodiert worden war, ging es bei schönstem Wetter 2 km in den Wald, nur um festzustellen, dass der Schirm in ca. 7,5 m Höhe am Waldrang hing, und die Sonde nicht zu sehen war. Also schnell den Schirm geangelt und runtergezogen, und siehe da – die robuste DFM ließ sich über die Baumwipfel ziehen, und schließlich abseilen. Erstes Gespann – eingesackt.

#22 Baumholder – Marienheide
Graw DFM-09 / 17050161 / 05.06.2019 0800Z
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Weiter ging es zum zweiten Gespann, diesmal mit dem Bus bis zur Bruchertalsperre, dort über die Staumauer und diesmal etwa 3 km in den Wald, vorher natürlich noch die Position genommen. Diesmal hing der Fallschirm an einer hohen Fichte, die an eine Fichtenschonung grenzte, und ich musst mich den Hang entlang zur Landestelle hangeln. Wieder hing der Fallscirm gerade so in der Reichweite meiner Stange, wieder konnte die Sonde abgeseilt werden. Diesmal musste ich allerdings mit der Schnur der anderen verlängern. Neues Tool im Sondenrucksack: DFM-Schnur.

#23 Baumholder – Nümbrecht
Graw DFM-09 / 17050614 / 05.06.2019 0930Z
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Die nachfolgende Sonde war derweil schneller runtergegangen und hatte es nur bis Nümbrecht geschafft. Kurze Recherche auf der Rückfahrt ergab, dass die Landestelle fußläufig vom zentralen „Busbahnhof“ aka Landstraße mit vielen Abzweigen und Bushäuschen Homburg-Bröl im Südkreis hinter Wiehl zu erreichen war. Also in Gummersbach schnell in die TH, um im Labor schnell den inzwischen vollen Rucksack auszuleeren und die Wasserflasche wiederaufzufüllen. Mit dem neuen „Schnellbus“ 302 ging es bis dorthin. Die Sonde hatte schon aufgehört zu senden, und war auf der Lichtung, auf der die Vorhersage sie sah, nicht zu sehen. Ich stapfte ein paar Schritte in das hohe Unterholz, das voll mit Farnen war, und erblickte die Sonde, wie zum abholen bereitgestellt auf dem Boden. Der Hattrick war komplett. Also schnell zurück zu Bushaltestelle, wo ich dann auch noch drei Zecken davon abhalten konnte, es sich an meinen Waden allzu gemütlich zu machen… und noch ein Tool für den Sondenrucksack: Zeckenkarte.

Gulaschprogrammiernacht, die zweite

NP4 Idar-Oberstein – Boppard
Vaisala RS41-SGP / P2050587 / 03.06.2019 1200Z
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Als auf dem Montag der Heimweg anstand, gab die Vorhersage für die Mittagssonde aus Idar Anlass dazu, einen Schlenker über Koblenz zu machen, zumal wir den am Abend anstehenden Stream der WWDC Keynote bei flynamic in Bonn sehen wollten.

Während sich die Sonde auf den Weg machte, die Vorhersage sah eine Landung südlich von Koblenz, machten wir Station bei Vapiano und anschließend noch einen kurzen Spaziergang zum deutschen Eck. Die Sonde fiel derweil sehr schnell und schaffte es nicht einmal mehr über den Rhein und landete unweit der A61 bei Boppard.

Zügig ging es zur letzten Position, doch das Signal der Sonde war kaum zu hören, geschweige denn zu dekodieren. Eine offenbar nahegelegener BOS-Funk Standort müllte das Spektrum auch noch mit TETRA zu, was die Sache nicht leichter machte. Erst mit auf sechs Direktoren aufgestockter mobiler Yagi war etwas zu machen. Als die Sonde gefunden wurde, war auch klar wieso: die Antenne hatte sich quasi in den weichen Waldboden eingegraben und der Sondenkörper lag auf ihr. Der kleine rote Fallschirm und der große Ballonrest hingen in einem naheliegenden Baum außer Reichweite der Stange und konnten auch nicht heruntergezogen werden.

Souvenir von der Gulaschprogrammiernacht

#20 Stuttgart – Bietigheim-Bissingen
Vaisala RS41-SGP / P3620018 / 02.06.2019 1200Z
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Mit flynamic und nikcani ging es über Christi Himmelfahrt nach Karlsruhe zur GPN19. Natürlich das Sondenjagdequipment mit an Bord, man weiß ja nicht, was einen so erwartet. Und tatsächlich begab sich die sonntägliche Stuttgarter Mittagssonde in vertretbare Entfernung und landete südöstlich von Bietigheim-Bissingen, auf einer Koppel hinter einem Hof.

Ich hatte die Befürchtung, dass die rechtzeitige Bergung der Sonde im umkämpfteren Baden-Württemberg schwieriger sein würde als an meinem regulären QTH, und trug daher auch die geplante Bergung bei radiosondy ein. Leider kam es aber dann zu keiner spontanen Begegnung an der Sonde. Bei unserem Eintreffen ca. 90 min nach der Landung war die Sonde aktiv und lies sich auch ziemlich einfach bergen.

Die Sonde befand sich auf einem Feldweg hinter einem Bauernhof, der große Ballonrest und der ungeöffnete Fallschirm hinter einem Elektrozaun auf einer Pferdekoppel, ließen sich aber hinüberziehen.

EDIT: Wie sich herausstellt, war der VFL Gummersbach genau eine Woche später in Bietigheim leider weniger erfolgreich als ich… https://www.ksta.de/region/oberberg-ks/vukovic-tritt-zurueck-vfl-gummersbach-steigt-ab—nach-53-jahren-in-erster-liga-32659150